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Die sicherheitspolitischen Risiken aufgezeigt

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MdB Markus Grübel referierte in der Reihe „Zukunftsdialog“ - Bericht Herbert Bickel


Beim "Zukunftsdialog" der JU Lauda-Königshofen referierte im Rebgut-Keller der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, MdB Markus Grübel (links), hier mit dem CDU-Kreisvorsitzenden, MdL Dr. Wolfgang Reinhart (rechts), und dem JU-Stadtverbandsvorsitzenden Marco Hess.

Lauda. "Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit": Diese Schlagzeile stellte MdB Markus Grübel voran, als er sich mit aktuellen Sicherheitsfragen und der Rolle der Bundeswehr vor dem Hintergrund internationaler Krisenherde befasste. Mit dem seit 2002 den Wahlkreis Esslingen vertretenden CDU-Bundestagsabgeordneten und Ende 2013 ins Amt berufenen Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung hatte die Junge Union (JU) Lauda-Königshofen einen ausgewiesenen Experten zur Fortsetzung ihrer Veranstaltungsreihe "Zukunftsdialog" gewonnen. Im gut besetzten Rebgut-Keller in Lauda erhielten die rund 60 Zuhörer im Verlauf der knapp zwei Stunden eine ausführliche Übersicht über die derzeitige Situation weltweit.

Zuvor jedoch nutzte der Stadtverbandsvorsitzende der JU, Marco Hess, die Gelegenheit, die starke Präsenz der Nachwuchsorganisation mit über 160 Mitgliedern hervorzuheben, ehe er näher auf den Referenten einging. Markus Grübel, der den Wehrdienst bei der Luftwaffe ableistete und anschließend eine Ausbildung zum Notar absolvierte, kehrte nach einer Tätigkeit im Sächsischen Staatsministerium der Justiz wieder zurück nach Baden-Württemberg, um sich bis zur Direktwahl in den Bundestag als Notar in Reutlingen, Tübingen und Stuttgart niederzulassen.

Inzwischen sei er Reserveoffizier der Marine im Dienstgrad eines Korvettenkapitäns, fügte der Vorsitzende des etwa 3600 Mitglieder zählenden JU-Bezirkes Nordwürttemberg, Dominik Martin, an. Nach dem Auftakt des "Zukunftsdialogs" mit der bayerischen Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Gastspiel des JU-Bundesvorsitzenden Paul Ziemiak 2015 folge jetzt der dritte Termin in diesem Reigen. Der Bezirkschef erinnerte noch kurz an die einstigen Standorte der Bundeswehr im Main-Tauber-Kreis.

Mit den Begriffen "Freiheit und Sicherheit" beschäftigte sich der Landtagsabgeordnete Dr. Wolfgang Reinhart, der vor allem dem inneren Gefüge viel Platz einräumte. Diesen Komplex im Auge behaltend lenkte er den Blick auf die derzeit laufenden Koalitionsverhandlungen mit den Grünen, eine "Partnerschaft auf Zeit", wie Reinhart anmerkte, der mit der von ihm genannten Zahl von momentan 185 000 deutschen Soldaten den Bogen zum folgenden Vortrag spannte.
Gewaltige Veränderungen

Wenn man dabei an den Zeitraum Anfang der 1990er Jahre zurückdenke, mit damals 500 000 Soldaten bei den bundesrepublikanischen Streitkräften und 200 000 bei der Nationalen Volksarmee der DDR, erkenne man allein schon in diesem Bereich die gewaltige Veränderung, bekräftigte Markus Grübel, der auch ein Beispiel aus dem Umfeld der Kampfpanzer anführte. Nach ehemals mehr als 2000 verfüge man heute noch über 225, so der Parlamentarische Staatssekretär. Er zeigte die sicherheitspolitischen Risiken detailliert auf, wobei er den Fokus auf die weltweiten Krisenherde, jeweils verbunden mit den direkten Auswirkungen auf Deutschland, legte.

Das sogenannte Weißbuch streifend beleuchtete der leitende Beamte im Bundesministerium der Verteidigung unter anderem die Ausbildung bei Heer, Luftwaffe oder Marine, um sich der aufgabenorientierten Ausstattung zuzuwenden. Hier benötige man in den nächsten zehn Jahren zusätzlich 130 Milliarden Euro. Grübel nannt die bereits erfolgte Anhebung des Wehretats einen ersten Schritt. Schließlich komme man mit der derzeitigen Sollstärke bei all den schon laufenden oder noch geplanten Verwendungen nicht mehr hin. Der Referent sprach die gezielte Suche nach Mitarbeitern an, wobei man sich stets in Konkurrenz mit der freien Wirtschaft befinde.

Nach dem umfangreichen Komplex Waffenlieferungen begab sich Markus Grübel noch auf das Feld "Einsatz im Innern", was er als helfenden Faktor nur befürworte.

Er bezeichnete die Bundeswehr als "durch und durch demokratisch". Mit der abschließenden Aussage "Sicherheit muss uns etwas wert sein" eröffnete der Staatssekretär die intensive Fragerunde, moderiert vom Pressesprecher der JU Lauda-Königshofen, Frank Schönhöfer. Die Palette der Themen reichte dabei von den Reservisten über Rüstungsexporte und Auslandseinsätze bis zur Zukunftstechnologie der Drohnen, ehe auch noch die Asylproblematik eine größere Rolle spielte. bix
© Fränkische Nachrichten, Montag, 25.04.2016

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